Bioshock 2: Minerva’s Den – Mehr Bioshock 2

minervas-den-3    Ich weiß gar nicht, wie lange der DLC Minerva’s Den schon auf meiner PS3-Festplatte geschlummert hat, aber jetzt kam ich endlich dazu diesen Zusatzinhalt durchzuspielen, der von vielen als ein bestes Beispiel für DLC genannt wird. Vielleicht bin ich dafür ein zu kleiner Bioshock-Fan, aber für mich konnte Minerva’s Den nur wenig neues bieten.

STÄRKEN

Mehr Bioshock

Ein großer Vorteil von Minerva’s Den ist das Grundgerüst von Bioshock 2. Denn hier klappt alles immer noch genauso gut wie auch schon im Hauptspiel. Man kann problemlos Waffen mit Plasmids kombinieren und auch das Beschützen und Retten (oder Verwerten) der kleinen Mädchen macht Spaß.

1478922-minervaden2Kurzes konzentriertes Spielerlebnis

Gut gefallen hat mir an Minerva’s Den auch, dass man hier in kurzer Zeit ein komplettes Bioshock-Erlebnis haben kann. So rüstet man sich hier schnell auf und wird so von der anfangs schwachen Figur zur unbesiegbaren Kampfmaschine.

SCHWÄCHEN

1478921-minervaden1Nur mehr Bioshock 2

Zwar mag das Grundgerüst von Bioshock 2 auch die größte Stärke von Minerva’s Den sein, aber gleichzeitig sind die ganzen Ähnlichkeiten auch ein großes Problem. Angefangen damit, dass man wieder als ein Big Daddy durch die Gegend stapft und im Grunde wieder die gleichen Dinge macht, indem man die gesuchten Gegenstände einsammelt und an den richtigen Stellen einsetzt, fühlt sich das Ganze einfach nicht anders genug an. Dabei kann auch die ansonsten ganz nette Geschichte nichts ändern, bei der man aber den Twist am Ende schon viel zu früh erkennen kann, weil man dieser auch nicht so anders ist, als im Hauptspiel.

Gleiche Gegner – gleiches Ambiente

Eigentlich hätte ich das auch noch im oberen Absatz schreiben können, aber es verdient wohl einen getrennte Erwähnung. War einer der Kritikpunkte an Bioshock 2 noch, dass man hier auf bekannten Pfaden wandert und auf gleiche Gegner trifft, stimmt dies umso mehr für Minerva’s Den. Zwar wurden die Big Daddys mit einer neuen Waffe ausgestattet, aber da sie sich ansonsten genauso wie vorher verhalten, gibt es hier kaum Abwechslung. Genauso erscheinen fast grundlos nach dem Abliefern aller Mädchen eines Levels eine Big Sister, die man dann besiegen darf. Die normalen Splicer sind natürlich auch wie vorher.

1478925-minervaden5FAZIT

Es mögen zwar einige denken, dass Minerva’s Den ein toller DLC ist, aber ich konnte dem Ganzen irgendwie nicht besonders viel abgewinnen. Zwar gibt es eine ganz nette Geschichte, die hier erzählt wird, aber diese ist im Grunde auch nicht groß anders als die normale Geschichte in Bioshock 2. So fühlt sich dieser DLC für mich eher wie aufgewärmte Inhalte an, die man fast alle schon gesehen hat und nun nur in konzentrierter Form verabreicht bekommt. Bioshock-Freunde haben bestimmt ihren Spaß damit, aber ich hätte auch auf diese paar Stunden verzichten können.

2stars

Bulletstorm – Rasante Action mit Zensurwahnsinn

1794087-box_bulletstormEinem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, habe ich mir gedacht und Bulletstorm gespielt. Schließlich gab es den Titel kostenlos für mich als PlayStation Plus Abonnent. Also wurden die knapp 6 GB auf meine PS3 heruntergeladen und gespielt.

Stärken

Skillpoints

Zentral bei Bulletstorm ist das Skillpunktesystem: Durch besonders tolle Aktionen oder ausgefallene Abschüsse erhält man hier Punkte, die man dann in Munition und Upgrades umsetzen kann. Dieses Punktesystem ist es auch, was Bulletstorm so unterhaltsam macht. Man läuft durch die Gegend tritt seine Gegner in die Luft, schleudert sie mit einem elektronischen Lasso durch die Gegend und nagelt sie dann mit der großen Bohrerkanone an eine Wand oder wirft sie in einen Abgrund. Die verschiedenen Skillshots herauszufinden und diese zu meistern, ist der halbe Spaß am ganzen Spiel.

2276933-2012_07_27_00003Schnelles Tempo

Neben dem Punktesystem kann vor allem das hohe Tempo überzeugen. Die Figur läuft schnell durch die Gegend, rutscht per Tastendruck über den Boden und ballert dennoch gezielt die Gegner nieder. Alles läuft blitzschnell ab und sorgt für ein tolles Spieltempo, das begeistern kann.

Humor

Die Sache mit dem Humor ist nicht immer einfach, aber Bulletstorm kann hier durchaus unterhalten. Die übertriebenen Kraftausdrücke oder Beschimpfungen (z.B.: You scared the DICK off me!) sind so überzockt, dass es einfach nur lustig ist, den Figuren zuzuhören.

Schwächen

Blöde Story

2276932-2012_07_27_00001

Die Geschichte von Bulletstorm ist schnell erzählt. Eine Sondereinheit hat sich vom bösen General losgesagt, weil sie herausgefunden hat, dass sie für ihn schlimme Dinge getan haben. Als Weltraumpiraten treffen sie Jahre später wieder auf den General und lassen mit einer Kamikaze-Aktion das Schlachtschiff des Generals auf einem Planeten abstürzen. Dort müssen sie sich jetzt zum General durchkämpfen, da sein Rettungsschiff die einzige Rettung von dem Planeten ist.

Im Grund hört sich das gar nicht einmal so schlimm an. Das Problem an der Geschichte ist aber, dass sie immer wieder versucht ernst zu sein. Noch viel schlimmer ist aber das Ende, denn obwohl man eigentlich endlich den Bösen besiegt zu glauben scheint, lebt er in einem Teaserende dann doch wieder. Also war alles, was im Spiel passiert ist, und vor allem die Tode der Freunde vollkommen umsonst.

Dumme Gegner

Obwohl das Skillpunktesystem gut durchdacht ist, funktioniert es nur dadurch, dass die Gegner dumm sind. So bleiben diese entweder an ihren Plätzen stehen oder laufen dumm auf den Spieler zu, damit dieser sie möglichst effektvoll abballern kann. Zwar ist dies die ersten Stunden noch ganz unterhaltsam, aber später fehlt es hier an Herausforderung und Abwechslung.

2276934-2012_07_27_00004

Zensur wie in den 90ern

Beim Zustand der deutschen Version fühlt man sich an die 90er-Jahre zurückerinnert. Nicht nur wurden hier komplett alle Blut- und Splattereffekte entfernt, sondern auch zusätzliche Leichen aus den Levels gestrichen. Herauskommen kuriose Szenen, wie beispielsweise ein Moment, an dem die Charaktere ein paar Stacheln an der Wand anstarren und die Gräueltaten beklagen.

FAZIT

Bulletstorm ist ein spaßiges Spiel für Zwischendurch. Zwar stinkt die Story und der Grad der Zensur in der deutschen Version ist lächerlich, aber dennoch hatte ich viel Spaß beim Spielen. Vielleicht liegt das daran, dass die Macher anscheinend ihr Herz am richtigen Fleck hatten und für ordentlich Action auf dem Bildschirm sorgen. Man darf gespannt sein, ob das Team diese Leistung auch bei ihrem nächsten Spiel „Gears of War Judgement“ abrufen können.

3stars